Aktions­bündnis
Psycho­therapie e.V.

Wir sind das jüngste und am schnellsten wachsende Bündnis von deutschen Psychotherapeut­:innen.

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Bild von Finn Sanders (Instagram @f.nnsanders)
Aktionsbündnis Psychotherapie e.V.

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der Bundestagspetition

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Unterschriften auf
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~38.000

Demonstrant*innen deutschlandweit

Das Ziel unseres selbstorganisierten Bündnisses aus Psychotherapeut:innen, Studierenden und Weiterbildungskandidat:innen ist es, die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland zu sichern und weiterzuentwickeln sowie angemessene Rahmenbedingungen für unseren Beruf zu erhalten. Wir vernetzen Kolleg:innen bundesweit, um gemeinsam unsere Interessen zu vertreten und unsere Perspektiven aktiv in gesundheitspolitische Prozesse einzubringen.

Aktuelle Aktionen

Demos gibt es auch im Mai weiter – aber gerade ist das Wichtigste: Wir brauchen so viele Unterschriften wie möglich für die Petition an den Bundestag! Jede Stimme zählt und erhöht den politischen Druck. Bitte unterzeichnet jetzt und teilt den Link in eurem Umfeld.

Jetzt Petition unterzeichnen
Demo der Psychotherapeut:innen
Unser Bündnis

Gemeinsam für eine bessere Versorgung

Das Aktionsbündnis Psychotherapie e.V. kooperiert mit Fachverbänden, Betroffenenorganisationen und Einzelpersonen. Wir sprechen mit einer Stimme gegenüber Politik, Krankenkassen und Öffentlichkeit.

Psychotherapeut:innen Demo

Nürnberg 21. März 2026

Bild: Finn Sanders (@f.nnsanders)

Warum wir kämpfen?

Psychische Erkrankungen gehören bereits heute zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung. Gerade deshalb ist eine starke ambulante psychotherapeutische Versorgung entscheidend für die Stabilität unseres Gesundheitssystems und unserer Gesellschaft.

Unsere Forderungen

Honorarkürzungen sofort zurücknehmen – Versorgung darf nicht kaputtgespart werden.


Keine Budgetierung von Psychotherapie – Ohne sichere Honorare sterben Praxen!


Zusätzliche Kassensitze schaffen – Der Bedarf ist lange bekannt – ausreichend umgesetzt wurde er nicht (2019 gab es ca. 800 Neuzulassungen – benötigt waren mind. 2400 laut BPtK).


Weiterbildung finanzieren durch Kostenübernahme von GKV und Bund – wie bei allen anderen Facharztgruppen auch. Ohne Nachwuchs keine Versorgung.


Faire Vergütung psychotherapeutischer Leistungen – Angleich zu anderen Facharztgruppen (wie vom BSG angeordnet): plus ca. 30 %; jährliche Anpassung bei steigenden Kosten.


Direkter Zugang zur Psychotherapie muss bleiben – Keine zusätzlichen Hürden für Patient*innen und keine Gefährdung des Therapieerfolgs durch mangelnde Passung.


Echte Therapie statt Ersatz durch Apps oder KI – Digitale Angebote können unterstützen, aber nicht behandeln.

Demo der Psychotherapeut:innen

Umso unverständlicher ist die Entscheidung des Bewertungsausschusses, die Vergütung der ambulanten psychotherapeutischen Gesprächsleistungen zum 1. April 2026 um 4,5% zu senken.
Quelle: aerzteblatt.de

Diese Entscheidung sendet ein widersprüchliches Signal: Während politisch gefordert wird, Krankheitszeiten zu reduzieren und die Erwerbsfähigkeit zu stärken, wird gleichzeitig genau die Versorgung geschwächt, die Menschen dabei hilft, psychische Krisen zu bewältigen, gesund zu werden und wieder am Arbeitsleben teilzunehmen.

So kannst du helfen!

Du kannst direkt helfen, indem du uns auf instagram folgst und teilst. Auf unserem Discord- oder Telegram-Kanal kannst du direkt am Bündnis mitarbeiten und dich mit anderen Betroffenen vernetzen.

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Komm zu einer der bundesweiten Demos, denn psychische Gesundheit geht uns alle an!

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Wenn du unseren aktuellen Entwicklungen einfach nur folgen möchtest, haben wir Read-Only-Kanäle auf verschiedenen Messengern erstellt – als Ergänzung zum Newsletter, für schnelle Updates und Mobilisierungsaufrufe. Kein Discord oder Instagram nötig.

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Demo der Psychotherapeut:innen – MenschenmengeFinn Sanders (Instagram @f.nnsanders)

Häufige Fragen

Die Vorstellung des vdek, Honorarkürzungen durch mehr Behandlungen auszugleichen, ist realitätsfern und gefährlich. Zum einen dauert eine Behandlungsstunde stets 50 Minuten. Hier kann nicht gekürzt oder die Aufgabe an jemand anderen verteilt werden. Zum anderen ist Psychotherapie keine Fließbandarbeit. Die Arbeit erfordert emotionale Präsenz, Konzentration und Stabilität. Patient:innen schenken den Therapeut:innen ihr größtes Vertrauen in ihren verletzlichsten Momenten. Therapeut:innen müssen gewährleisten können, ihnen verantwortungsvoll und empathisch zur Seite zu stehen.

Die therapeutische Beziehung ist ein zentraler Wirkfaktor in psychotherapeutischen Behandlungen. Sind Therapeuten überlastet, erschöpft oder emotional ausgebrannt, wirkt sich das negativ auf die Beziehung und damit auf das Ergebnis der Therapie aus. Ein Effekt, der in verschiedenen Studien gefunden wurde.

Die Wartezeiten entstehen durch den Bedarf, der die vorhandenen Behandlungskapazitäten deutlich übersteigt. Zwar ist die Zahl der Therapeut:innen in den letzten 10 Jahren stark gestiegen. Das liegt aber vor allem daran, dass Kassensitze (auch Versorgungsaufträge) geteilt wurden. Die Zahl voller Versorgungsaufträge ist nur sehr leicht gestiegen, da sie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) begrenzt wird. Übrigens anhand von Bedarfszahlen, die vor über 25 Jahren festgelegt wurden. Die Zahl der Behandlungsfälle in der Psychotherapie stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an (Zi-Trendreport zur vertragsärztlichen Versorgung, 2026).

Die zunehmende Nachfrage in Folge der Corona-Pandemie und der vielen nachfolgenden Krisen lässt sich nicht ohne eine Erhöhung der Anzahl der Kassensitze bewältigen. Der Vorwurf des vdek, die Versorgung habe sich trotz gestiegener Zahlen nicht verbessert, verschleiert die strukturellen Probleme.

Der enorme Bedarf an Psychotherapie übersteigt die vorhandenen Kapazitäten im kassenärztlichen System bei Weitem. Insbesondere die COVID-19-Pandemie sowie die folgenden Krisen haben zu einer massiven Zunahme psychischer Belastungen in der Bevölkerung geführt. Das Robert Koch-Institut stellte bis 2024 eine allgemeine Verschlechterung der psychischen Gesundheit in Deutschland fest (Studie als PDF). Die COVID-19-Pandemie hat vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu einem dramatischen Anstieg psychischer Erkrankungen geführt. Aufgrund von Isolation, fehlenden sozialen Kontakten und Zukunftsängsten sind Depressionen, Angststörungen und Essstörungen in dieser Altersgruppe stark angestiegen.

Die Honorare für ambulante psychotherapeutische Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung wurden zum 1.4.2026 um 4,5 % gekürzt. Das heißt, ambulant tätige Kolleg:innen verdienen deutlich weniger bei deutlich steigenden Kosten. Die bereits beschlossenen Kürzungen gefährden die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland. Insbesondere für Kinder- und Jugendpsychotherapie sind die Wartezeiten alarmierend hoch und haben sich im Zuge der Pandemie oft verdoppelt. Aktuelle Daten zeigen durchschnittliche Wartezeiten von 4 bis 6 Monaten, mit Berichten über Wartezeiten von bis zu 9 Monaten in einigen Regionen (Studie).

Budgetierung bedeutet, dass es einen Topf für alle ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen gibt. Der wird dann noch mal extra aufgeteilt, sodass jeder Fachbereich einen Topf bekommt. Früher hat das zu Verteilungskonflikten zwischen Ärzten und Psychotherapeuten geführt. Hinzu kommt, dass dieser Topf in der Regel nicht voll genug ist, um alle Leistungen zu bezahlen. Dann wird eine Quote festgelegt, anhand deren Leistungen bezahlt werden. Statt 100 % werden dann z. B. nur noch 85% oder auch mal 60% ausgezahlt. Wie viel es am Ende wird, hängt von vielen Faktoren ab und wird jedes Quartal neu berechnet. Damit ist es für die Psychotherapeut:innen nicht planbar. Es kann aber mit starken Einbußen des Gesamtumsatzes gerechnet werden. Dies zerstört die Planungssicherheit, macht einen wirtschaftlichen Betrieb unmöglich und gefährdet die Versorgung langfristig.

Eine stärkere Steuerung über Terminservicestellen (TSS) verschleiert die nachgewiesenen Versorgungslücken und stellt die Berufsgruppe unter Generalverdacht. Die fehlenden freien Kapazitäten entstehen nicht durch mangelnde Steuerung, sondern durch fehlende Kassenzulassungen. Durch bürokratische Zuweisungsstrukturen entstehen keine neuen Therapieplätze, sondern nur Verwaltungskosten. Zudem wird die therapeutische Beziehung als zentraler Wirkfaktor ignoriert – die Passung muss individuell geprüft werden.

Eine Einzelsitzung Psychotherapie wird ab dem 1.4.2026 mit 114,54 € vergütet. Laut einer Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) erwirtschaften Psychotherapeut:innen 2022 nach Abzug der Praxiskosten einen Überschuss von circa 52 Euro brutto je Arbeitsstunde. Die Praxiskosten umfassen Raummiete, Versicherungen (z. B. Berufshaftpflicht, Rechtsschutz) sowie laufende Betriebskosten. Bei einem Überschuss von nur 52 Euro pro Arbeitsstunde liegt der Ertrag bei gerade einmal der Hälfte dessen, was Hausärzte oder Fachärzte erwirtschaften. Das ist völlig unzureichend, zumal Psychotherapeut:innen ihre Leistungen nahezu ausschließlich zeitgebunden erbringen, also nicht beliebig erhöhen können. Hinzu kommt, dass von diesem Überschuss noch Krankenversicherung (als Selbstständige heißt das Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zusammen), Altersvorsorge, Kammerbeiträge, teure Fortbildungen und natürlich Einkommenssteuer bezahlt werden müssen. Bei steigenden Kosten und anhaltender Inflation ist die Honorarabsenkung ab dem 1. April 2026 daher nicht nur ungerecht, sondern gefährdet langfristig die psychotherapeutische Versorgung.

Die volkswirtschaftlichen Kosten unbehandelter psychischer Erkrankungen sind immens. Laut OECD führt eine schlechtere mentale Gesundheit zu mehr Arbeitslosigkeit, Frühberentungen, geringerer Arbeitsproduktivität und erhöhten krankheitsbedingten Fehlzeiten. Die Folge sind erhöhte Sozial- und Gesundheitsausgaben. Besonders dramatisch ist die Lage bei Kindern und Jugendlichen, bei denen laut OECD Ausbildung und damit auch berufliche Zukunft beeinträchtigt werden. Fachgerecht durchgeführte Psychotherapien sparen ein Vielfaches der Investitionen an gesellschaftlichen Folgekosten. Laut verschiedenen Quellen lässt sich ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1:2–5,5 feststellen. Das heißt, ein in Psychotherapie investierter Euro, spart an anderer Stelle 2–5,5 € ein. Bei Kürzungen drohen: mehr Arbeitsunfähigkeit, längere Krankschreibungen, häufigere und längere stationäre Aufenthalte (die deutlich teurer sind), Frühverrentungen, Suizide, Substanzmissbrauch und soziale Isolation.

Die Antwort ist einfach: Es gibt schlichtweg keine freien Kapazitäten. Psychotherapeut:innen arbeiten bereits an der Obergrenze ihrer Kapazitäten. Die hohe Auslastung und der enorme Bedarf führen dazu, dass kaum freie Termine existieren. Therapeut:innen können keine Therapieplätze melden, die sie gar nicht haben. Das Problem sind fehlende Kassenzulassungen, nicht mangelnde Transparenz.

Von Seiten des Verbandes der Ersatzkassen gibt es den Vorschlag, mehr Gruppentherapien anzubieten, um so mehr Patient:innen behandeln zu können. Gruppentherapie kann für bestimmte Patient:innengruppen sehr wirksam sein, etwa bei sozialen Ängsten, Depressionen oder in der Nachsorge. Sie bietet die Möglichkeit zum Austausch mit Betroffenen und zum Lernen voneinander. Allerdings ist Gruppentherapie nicht für alle Patient:innen indiziert oder ausreichend – die individuelle Eignung muss fachlich geprüft werden. Besonders schwer belastete Patient:innen – etwa mit komplexen Traumatisierungen, akuter Suizidalität oder chronifizierten Verläufen – benötigen oft intensive Einzeltherapie. Gruppentherapie kann ergänzend sinnvoll sein, ersetzt aber nicht die oftmals notwendige Einzelbehandlung. Die pauschale Forderung des vdek nach mehr Gruppentherapien ignoriert diese fachlichen Notwendigkeiten und steht im Gegensatz zur Forderung, Psychotherapeut:innen sollten mehr „schwere Fälle" behandeln.

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